Bericht über das 1. niedersächsische Schwimmfest aus der Wolfsburger Nachrichten

Bericht von Herrn Andreas Stolz, veröffentlicht in der Wolfsburger Nachtrichten am 06.09.2017:

 Nordstadt. Zieh, zieh, zieh… hallte es durchs Badeland. Die Zuschauer an den Seiten des Schwimmerbeckens versuchten, „ihre“ Sportlerinnen und Sportler auf den letzten Metern (nach vorn) zu pushen. Die Lebenshilfe Wolfsburg hatte am Dienstag zum 1. Niedersächsischen Special Olympics Schwimmfest eingeladen. 85 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Schulen und Werkstätten der Lebenshilfe, von Minden über Hannover bis Uelzen, kämpften um die Top-Plätze, für die Gold- und Silbermedaillen ausgelobt waren, sowie um vordere Platzierungen.

Melanie Gellner von der Lebenshilfe Wolfsburg hat die Schwimmgroßveranstaltung organisiert und sie mit 60 Helferinnen und Helfern sowie den Kooperationspartnern Badeland, VfB Fallersleben und der Lotto-Sport-Stiftung Niedersachsen über die Bühne gebracht. „Im Februar habe ich die Ausschreibung losgeschickt“, erzählte sie am frühen Dienstagnachmittag. Melanie Gellner war sehr zufrieden. Mit der Resonanz und dem Engagement der Ehrenamtlichen, darunter 9 Mitarbeiter des Ritz Carlton, und außerdem 25 Schülerinnen und Schüler sowie zwei Lehrern aus der Anne-Marie-Tausch-Schule. Die Mitarbeiterin der Lebenshilfe Wolfsburg ist nicht nur eine gute Organisatorin. Sie trainiert, zusammen mit Dieter Luszas, in ihrer Freizeit auch das Lebenshilfe-Schwimmteam. „Einmal in der Woche sind wir im Badeland“, sagte Melanie Gellner. Eine „Sonderschicht“ vor dem Wettkampf habe es allerdings nicht gegeben. Obwohl es für die behinderten Athleten um einiges ging. Denn in Wolfsburg wurden Startplätze vergeben: Für die Deutschen Meisterschaften 2018 in Kiel. Und wer wollte da nicht mit dabei sein?

Gute Chancen hat Mark Siedow. Er arbeitet in den Lebenshilfewerkstätten Hannover und saß, mit seinem Handtuch um den Hals, recht ausgepumpt auf einer Bank. „Ich bin eben 25 Meter Freistil geschwommen“, berichtete der Schwimmer und freute sich über seinen Sieg, der ihm eine Goldmedaille eingebracht hatte. Damit wollte es Siedow aber noch nicht bewenden lassen. „Ich starte heute noch über 50 Meter Freistil.“ Zufrieden mit der bisherigen sportlichen Ausbeute war am frühen Nachmittag auch Melanie Gellert. „Wir haben bereits fünfmal Gold geholt.“ Und die Chance, die Bilanz weiter zu vergolden, bestand ja noch. Unter anderem bei der Unified Staffel, in der, dem Inklusionsgedanken Rechnung tragend, Behinderte und Nicht-Behinderte starteten.

Mit einem Lebenshilfe-Schülerteam war Renate Ahrens aus Röderhof bei Hildesheim angereist. Ihr Kommentar: „Eine gute Veranstaltung, ein wunderschöner Tag. Die Kinder und Jugendlichen sind ganz glücklich.“ Dass das Glück bei Teilnehmern, Zuschauern und Helfern anhielt, dafür sorgten Kornelia Luszas und weitere kulinarische Mitstreiter aus dem Elternkreis der Lebenshilfe. Sie offerierten 15 selbstgebackene Kuchen.