Eine Überraschung über Nacht…

Am frühen Morgen kamen die Mitarbeiter*innen des Geschäftsbereiches Wohnen zur Arbeit in die Wohnhäuser und staunten nicht schlecht über ein kleine aber aussagekräftige Veränderung vor den Wohnhäusern: Bei jedem Wohnhaus hing ein 5m x 1,50 m großes Plakat mit der Aufschrift „Vor Eurem Einsatz, Eurem Mut, zieht ganz Wolfsburg seinen Hut!“

Die Nachtbereitschaften und Mitarbeiter*innen der Tagdienste aller Wohnhäuser waren sichtlich überrascht und gerührt. Es kamen Rückmeldungen wie „Das ist ja süß“ oder „Das zaubert allen ein Lächeln ins Gesicht“ sowie „Es ist eine rührende Geste“.

Ende März meldeten sich Wolfsburger Schüler*innen, die durch die verlängerten Osterferien in ihrer freien Zeit etwas Sinnvolles und Sinnstiftendes gestalten wollten. Es sind junge Schüler*innen verschiedener Schulen. Tagelang malten Till (14 Jahre, Neue Schule, 9. Klasse), Marlin & Nils (12 Jahre, Ratsgymnasium, 7.Klasse) und Sophie (8 Jahre, Altstadt Grundschule Vorsfelde, 2.Klasse) jeden einzelnen Buchstaben der großen Banner aus. Sie wollten es für einen guten Zweck entstehen lassen und es sollten sich Menschen daran erfreuen.

Wir denken, das ist ihnen sehr gut gelungen!

Unsere Bewohner*innen und Mitarbeiter*innen leben und arbeiten bereits seit 5 Wochen unter den besonderen Bedingungen, die die Corona-Krise mit sich bringt. Es ist nicht immer leicht, denn unsere Bewohner*innen dürfen sich schon seit dem 19.03.2020 nicht mehr mit Freunden und Familie treffen und können auch nicht in die WfbM arbeiten gehen. Es wurde in den vergangenen Wochen in allen Wohnhäusern viel darüber geredet, was das Corona-Virus ist und warum solche strengen Maßnahmen eingeführt wurden, um unsere Bewohner*innen zu schützen. Denn nur so kann sich das Verständnis für diese Umstände einstellen und dabei helfen den neuen Alltag gut zu bewältigen. Und unsere Bewohner*innen beweisen jeden Tag aufs Neue ihr Durchhaltevermögen und ihre Anpassungsfähigkeit an all die neuen Regeln, die ihren Alltag nun prägen. Sie gehen jeden Tag mit neuer Zuversicht an und stellen sich mutig allen Herausforderungen dieses neuen Alltags – davor können wir nur unseren Hut ziehen!

Unsere Mitarbeiter*innen und Helfer*innen sorgen zeitgleich jeden Tag dafür, dass die Bewohner*innen trotz der vielen Einschränkungen Spaß haben, sich sinnvoll beschäftigen können, sich bewegen, miteinander sprechen und lachen und das Beste aus dieser Zeit machen können. Es ist auch für sie eine herausfordernde Zeit, die hier völlig verschiedene Personen zusammengebracht hat, um gemeinsam für unsere Bewohner*innen zu arbeiten. Die Helfer*innen kommen aus den verschiedenen Bereichen der Werkstatt, der Tagesförderstätten, dem BBB und den Kindergärten und haben oftmals noch keine Erfahrung in einem Wohnhaus gesammelt. Für sie ist es besonders spannend nun den Alltag unserer Bewohner*innen zuhause mitzuerleben und sich mit völlig unbekannten Arbeitsabläufen vertraut zu machen. Hier steckten viel Flexibilität und Mut in den Entscheidungen der Helfer*innen sich im März ohne zu zögern für diesen unbekannten Einsatz zu melden, um die Bewohner*innen und die Kollegen vor Ort zu unterstützen. Es freut uns sehr zu sehen, wie gut sich die Helfer*innen in die bestehenden Teams eingefügt haben!

Denn die Mitarbeiter*innen der Wohnhäuser geben jeden Tag ihr Bestes für die Bewohner*innen und werden seit Mitte März noch mehr gefordert, um die Wohnhäuser rund um die Uhr am Laufen zu halten. Auch für sie ist das eine neue Situation, die es so bisher noch nie gab. Die Unterstützung durch die Helfer*innen ist dabei eine große Hilfe. Aber zu Beginn war das auch erst einmal eine große Umstellung, denn viele Mitarbeiter*innen und Helfer*innen haben sonst im Arbeitsalltag nichts miteinander zu tun und kannten sich nicht wirklich. Die Mitarbeiter*innen der Wohnhäuser hatten also im März auf einen Schlag gleich mehrere neue Kollegen, die eingearbeitet werden wollten und sich in das bestehende Team einfügen sollten. Und sie alle wurden sehr herzlich von unseren Wohnhaus-Mitarbeiter*innen aufgenommen! Die Selbstverständlichkeit und Herzlichkeit mit der unsere Mitarbeiter*innen ihre bestehenden Teams um die Helfer*innen erweitert haben und sie in die Abläufe des Alltags integrieren, verdient großen Respekt!

Dank so viel Mut, Einsatz, Herzlichkeit, Verständnis und Durchhaltevermögen von unseren Bewohner*innen, unseren Mitarbeiter*innen und Helfer*innen, aber auch von all den Angehörigen und Freunden, die sich an die Regeln halten, obwohl es schwer fällt, können wir bisher sehr positiv gestimmt und gesund durch diese Zeit gehen!

In dieser brisanten Zeit bin ich sehr stolz auf diese geleistete Arbeit. Sie alle haben sich die tolle Plakat-Rückmeldung von Wolfsburgern verdient. Ich möchte mich recht herzlich für dieses Engagement bei dem kreativen „XXXX-Team“ und den weiteren Unterstützern bedanken, ebenso wie bei den Union-Berlin-Anhängern für die freundliche und unkomplizierte Freigabe dieser Wolfsburger Aktion. Denn die Plakate sind an eine Aktion von Fans des 1. FC Union angelehnt, die sich bereits am 21. März 2020 bei Mitarbeitern von Krankenhäusern, Pflegeheimen und Supermärkten mit solchen Plakaten bedankten. Aber egal wo, es ist eine tolle Wertschätzung der Arbeit so vieler Menschen, die zurzeit die Stellung halten!

(Sylvia Burmester, Bereichsleitung Geschäftsbereich Wohnen)