Kopfweiden-Pflege in Ahnebeck/Parsau

Auch in diesem Jahr beteiligten sich Naturverbundene der Lebenshilfe Wolfsburg am Arbeitseinsatz zur Kopfweiden-Pflege. Dem Aufruf vom Biosphärenreservat Drömling, unterstützt vom Dachverband „Ehrensache Natur“ folgten bei winterlichen Temperaturen rund 45 fleißige ehrenamtliche Helfer. Anfangs wurden die einzelnen Arbeitsbereiche im Backhaus von Croya erklärt und abgestimmt. Dabei wurde auch anhand von Schautafeln die Notwendigkeit der Pflegemaßnahmen erklärt. Da die Schneidearbeiten bereits am Vortag durchgeführt wurden, konnte gleich mit dem Aufsammeln der Weidenäste begonnen werden. Dabei zog auch ein großer Zug an Kranichen über uns. In der Mittagspause wurden dann Erfahrungen ausgetauscht und bestehende Freundschaften gefestigt. Alle Beteiligten zogen eine positive Bilanz und bedankten sich beim Orga-Team für die gute Bewirtung.

Doch was bedeutet eigentlich „Kopfweiden schneiden“ und wozu ist die ganze Arbeit nötig? Ursprünglich sind Kopfbäume durch die Gewinnung von Schnittholz in früherer Zeit entstanden. Dieses Schnittholz fand vielfältige Verwendung, z. B. beim Bau von Gattern und Zäunen, bei der Korbflechterei, als Stiele von verschiedenen Arbeitsgeräten und auch als Brennholz. Auch heute noch findet es teilweise Verwendung bei der Befestigung von Böschungen. Beim Kopfbaumschnitt werden die Bäume immer wieder im Abstand von mehreren Jahre auf einer bestimmten Höhe zurückgeschnitten. Aus dem verbleibenden Stamm schlagen dann viele neue Äste aus und verleihen dem Kopfbaum sein charakteristisches Aussehen. Überwiegend Weiden werden so genutzt, weil sie besonders schnell wieder austreiben. Je älter der Baum wird, desto größer und umfangreicher wird der „Kopf“. Der Kopfbaum enthält dann immer mehr Totholz und Höhlen. So wird er zu einem wertvollen Lebensraum. Pilze, Flechten und Moose siedeln sich an und Höhlenbewohner, wie Fledermäuse, finden ein Zuhause. Iltis, Steinmarder oder Siebenschläfer bieten solche Bäume Deckung. Der Steinkauz ist als Höhlenbrüter ganz besonders auf das Vorkommen von Kopfbäumen angewiesen. Auch für Insekten sind alte Kopfbäume sehr wichtige Lebensräume, sie zählen zu den insektenreichsten Pflanzen überhaupt. Totholzkäfer, Bienen, Hummeln und Ameisen sind hier z. B. zu nennen. Und nicht zuletzt sind alte Kopfbäume auch ein prägendes Landschaftselement in unserer Kulturlandschaft.

Alle 8 – 10 Jahre wird so ein Kopfbaum zurückgeschnitten. Fehlt der regelmäßige Schnitt jedoch, brechen die Bäume auseinander. (Text und Fotos: Klaus Hamann)

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